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Kinderbibliothek Bergheim

Kampf der Ylubardten

Monatsgeschichte im Februar

Einst – es war im mythologischen Zeitalter, als Wunder noch möglich waren – lebte ein von allen 
Tieren gefürchtetes Raubtier: Der Ylubardt. Sowohl Mammut als auch Ur fürchteten das 
einzelgängerische Raubtier, genauso wie Einhörner oder Sphinxen. Für jeden bestand stets die 
Gefahr, dass ein Ylubardt sich plötzlich auf ihn stürzen konnte.
Dieser konnte sich nämlich nicht nur zwischen Büschen verstecken und aus dem Hinterhalt 
auflauern, sondern sich auch durch Laub oder sogar lockere Erde schlängeln. Oft lag er 
eingegraben in der Erde und wartete, bis ein potentielles Opfer in seine Reichweite kam. Dann 
schlug er seine vorderen Pranken in sein Opfer und stemmte sich mit seinen anderen vier Beinen 
in den Boden. So riss sich der Wehrende selbst die Wunden, ohne dass ein Ylubardt viel selbst 
dazu tun musste – außer nicht loszulassen.
Der Ylubardt war nämlich ein sechsbeiniges Raubtier mit einem schlangengleichen Körper; durch 
seine schuppige Haut schimmerte dieser in gelblich-grünen Farbtönen mit dunkelbraunen bis 
schwarzen Sprengseln im Sonnenlicht. Sofern diese auf ihn schien und er nicht im Hinterhalt 
lauerte. Sein vorderes Beinpaar glich denen eines Tigers und besaß, genau wie diese, 
ausfahrbare Krallen. Das mittlere ähnelte den Tatzen eines Bären, wogegen die hinteren Pfoten 
zu großen Grabschaufeln ausgebildet waren. Vom vorderen bis zum hinteren Beinpaar konnte er 
bis zu fünf Meter lang werden; sein Schwanz wurde noch einmal so lang.
Der längliche, flachstirnige Kopf endete in einem kurzen, muskulösen Hals; zusammen konnten 
sie fast zwei Meter lang werden. Sein Kopf glich dem eines Warans, war jedoch viel größer. Die 
Stirn der Männchen zierten zwei gebogene, ziemlich lange Hörner, die diese bei Kämpfen 
jeglicher Art einsetzten.
2
Alabar, eines dieser wilden Wesen, ruhte sich am Rande einer Lichtung aus, döste in der Sonne. 
Ylubardten waren zwar endotherm und nicht wechselwarm, doch ein Sonnenbad tat ihm, mitten 
im Winter, gut. Seine hell schimmernde Farbe zeugte davon, dass er noch recht jung war, denn je 
älter ein Ylubardt wurde, desto dunkler schimmerten seine Schuppen. 
Etwas von ihm entfernt tauchte die zierliche Mechtilda aus dem Boden auf und schnaubte, um 
die lockere Erde von ihren Nüstern zu blasen. Sofort erwachte Alabar aus seiner Lethargie und 
warf sich in Pose. Ihm gefiel die etwas dunkler als er schimmernde Mechtilda ausnehmend gut. 
Diese war nicht alleine. Sie hatte ein Junges dabei, welches kurz darauf neben ihr aus der Erde 
auftauchte. 
Er war nur nicht der Einzige, dem Mechtilda gefiel. Cyrus erschien auf der anderen Seite der 
Lichtung. Er war ein wahrlich stattliches, in sattem Grün mit schwarzen Punkten schimmerndes 
Männchen. Ohne jegliche Hemmungen stürmte er auf Mechtilda und ihr Junges zu. Doch mit 
dem Mut der Verzweiflung warf sich Mechtilda ihm entgegen und verteidigte verbissen ihren 
Nachwuchs.
Allerdings hatte sie kaum eine Chance gegen den gewaltigen Cyrus. Sie war zwar viel wendiger 
als er und konnte ihn leicht mit ihren Bissen ärgern, aber nicht wirklich verletzen. Jedoch: Wenn 
er auf sie einbiss, konnte er ihr tiefe Wunden zufügen. Alabar registrierte, wie Mechtilda 
langsam aber sicher unterlag. Aber wenn sie unterlag, wäre es um ihr Junges geschehen. Bei 
einem Kampf zwischen Männchen hätte der Unterlegene fliehen können – doch sie verteidigte 
verzweifelt ihren Nachwuchs.
Langsam erhob er sich. Zu zweit könnten sie den grässlichen Cyrus besiegen. Der terrorisierte 
sowieso die ganze Gegend. Er sah alles als sein Eigen an. Nur, weil er der Stärkste und Brutalste 
war. Jetzt wäre eine gute Gelegenheit, ihm zu zeigen, dass er hier nicht mehr hier erwünscht 
war.
Seine Bewegung lenkte Cyrus einen Moment ab und Mechtilda konnte aus der Gefahrenzone 
springen. Wütend faucht Cyrus, als er das erkannte. Mechtilda schlug ihre spitzen, etwa sieben 
Zentimeter langen Zähne in sein Fleisch. Er warf seinen massigen Kopf hin und her, um die 
lästige Ylubardta abzuschütteln. Ein paar Mal noch mit den spitzen Hörnern auf sie eingestochen 
und sie müsste loslassen.
Flugs schaufelte sie mit ihren Hinterläufen, damit ihr Hinterleib aus der Reichweite von Cyrus‘ 
Zähnen kam. Mit ihrem Schwanz peitschte sie wie wild auf sein geöffnetes Maul ein. Pech für 
sie: Nach einigen Fehlversuchen gelang es Cyrus nämlich, ihren Schwanz zu schnappen. Mehr 
vor Schreck als vor Schmerz schrie sie auf. Verzweifelt versuchte sie ihrem Gegner mit ihren 
Grabschaufeln Erde in die Augen zu werfen, was ihr jedoch nicht gelang.
Just in diesem Moment erreichte Alabar die beiden Kämpfenden. Noch konnte er zurück. Wenn 
er aber zubiss, musste er bis zum bitteren Ende kämpfen. Sollte er Mechtilda alleine kämpfen 
lassen? Jetzt war die Gelegenheit, den Tyrannen der Gegend zu vertreiben, günstig!
3
Mit diesen Gedanken schlug er seine Zähne in die Weichen des Gegners. Wutentbrannt warf 
Cyrus sich auf Alabar. Bevor ihn dessen gefährliche, doppelte Zahnreihe erwischen konnte, 
sprang er zurück. Mechtilda hatte direkt die Situation erfasst und schnappte nun ihrerseits nach 
einem von Cyrus‘ Beinen. Der warf sich herum, wandte sich ihr zu. Fast hätte er ihr sogar eine 
weitere Wunde beigebracht. Alabar war aber rechtzeitig zur Stelle und lenkte Cyrus erneut ab. Er 
schnappte nach dem wild peitschenden Schwanz und biss herzhaft hinein.
Cyrus erkannte: Gegen diese zwei konnte er nicht gewinnen. Auch wenn es ihn ärgerte, er 
musste den Rückzug antreten. Gesenkten Hauptes – eine Unterwerfungsgeste der Ylubardten –
riss er sich von Alabar los und humpelte auf seinen sechs Beinen davon. Es war das erste Mal, 
dass er besiegt und in seinem Stolz verletzt worden war.
Die zierliche Mechtilda und der Jungspund Alabar hatten ihn, den würdevollen und starken 
Ylubardt, besiegt. Demütig musste er den beiden mit Schimpf und Schande das Feld räumen. 
Aber er käme auf alle Fälle wieder und würde sich für diese Schmach rächen. Zuerst musste er 
jedoch seine Wunden pflegen und wieder zu Kräften kommen!
Mechtilda dagegen freute sich, ihr Junges gerettet zu haben. Jetzt kam aber dieser schöne 
Jüngling auf sie zu. Was wollte er von ihr? Sie musste sich doch um ihr Junges kümmern. Es 
brauchte noch einen Sommer, um selbständig zu werden. Auch wenn sie ihm gegenüber nicht 
abgeneigt war, musste sie ihn einschüchtern.
Alabar war froh, Cyrus geschwächt zu haben – hoffentlich kam der nie wieder! Die schöne 
Ylubardta blutete aus mehreren Wunden, sah er. Vorsichtig näherte er sich ihr, obwohl er 
angefaucht wurde. Als er aber ihre Wunden leckte, änderte sich ihr Tonfall; aus dem Fauchen 
wurde ein Schnurren. Auch ihr Junges kam nun – es hatte gesehen, dass er sich um Mechtilda 
bemühte. Dieses hatte sich nämlich ängstlich zwischen die Büsche gedrückt, als Cyrus auf seine 
Mutter eingedrungen war.
Kurz darauf begleitete Alabar Mechtilda und ihr Junges in den Wald. Er würde vorerst bei ihr
bleiben, in der Gewissheit, dass seine Zeit käme…
Armin Krieger

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