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Kinderbibliothek Bergheim

Gedichte im November

Herbst

Blätter fallen leise raunend
auf den Boden
dunkel, leicht.
Schweben sanft wie Vogelfedern
bis die Tiefe sie erreicht.
Kleine Füße stampfen freudig
durch das weiche Blättermeer.
Raschelnd klingen Kinderlieder
aus vergangener Zeit daher.
Petra Hansen

Kälte

Kälte kriecht ins Gemüt
Lässt Seele frieren
Eis verhärtet Herz
Verbietet Mitleid, blendet Augen,
lässt Not und Elend unsichtbar sein
Hast du den Aufschrei nicht gehört?
Mir ist kalt. Ich ziehe meine Mütze über die Ohren.
Und die Welt dreht sich weiter
Christa Wolf

Da durch

Die großen Bilder von was wir alles wollten
Wir rasen bremslos gleich in einen Albtraum aus Grau,
in der Kälte und Dunkelheit sich die Hand geben und tief
in unseren Nacken fassen
Da wo wir es am wenigsten leiden können

Der Kalender sagt, es naht die Zeit der Freude,
so gebt uns jetzt die goldene Kugel
und einen Kaffee dazu, heizt den Kessel für unsere Wärmflaschen,
nichts kann uns mehr davor retten, da durchzumüssen
durch diese hohle Gasse an kürzer werdenden Tagen 
und vorprogrammiertem Ungemach

Werden wir einst wieder lachen, weil uns das Gras unter
den nackten Füßen und die Sonne hinter
den geschlossenen Augenlidern das Herz füllen,
weil wir sie noch bis in die Nacht spüren, die Wärme eines ganzen Tages
voller Licht
Wir kommen da durch
Zusammen, es muss nicht jammernd sein
Liebelein
Auf, lass uns Polka tanzend schauen, was
sich anzuschauen lohnt.
Iris Fechner

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